BONN (BAfmW) – Fantasy mit dem Bundeslurch und immer leicht augenzwinkernd im Layout einer amtlichen Publikation, das sind die Bücher aus dem Bundesamt für magische Wesen.

Ein Buch aus dem „Amt“ ist immer etwas Besonderes. Das fängt damit an, dass wir besonders gern Hardcover produzieren – ab Herbst 2020 aber auch Taschenbücher.

Gedruckt auf hochwertigem Papier, kommen unsere Fantasyromane und Sachbücher als Hardcover und als Softcover in den Buchhandel. Immer im einheitlichen Erscheinungsbild des Bundesamtes für magische Wesen und mit einem behördlich anmutenden Untertitel.

Wir lieben Bücher, und das Gefühl, welches sich einstellt, wenn man ein Buch in Händen hält. Gute Bücher begleiten den Leser oft über Jahre. Und deswegen legen wir Wert darauf, dass die mit Liebe und Sorgfalt geschriebenen Geschichten über Werwölfe, Vampire, Drachen, Elfen in unseren Büchern aus den Genres High Fantasy, Urban Fantasy, Gay Fantasy bis hin zum Sachbuch, sich auch angemessen präsentieren.

Dazu gehört immer auch ein Vorwort unseres Amtspräsidenten, einer Leihgabe und legendären Figur des Auswärtigen Amtes, die seit 1937 ihr (Un-)Wesen in den Akten des ehrwürdigen Auswärtigen Amtes treibt. Präsident Dräcker gibt immer und überall seinen Senf dazu, denn eine deutsche Behörde ist immer zuständig – für alles und jedes … eben typisch deutsch.

Ein Manuskript einreichen

Wenn ein/e Autor*in ein Buch bei uns verlegen lassen möchte, so erwarten wir Folgendes:

  • Ein Exposé, d.h. eine Zusammenfassung der Geschichte mit ihren wichtigsten Handlungssträngen.
  • Ein Personentableau, also eine Vorstellung der Handlungsträger, vielleicht mit einem Ausblick, wie sich der/diejenige in der Geschichte entwickelt, was ihn/sie ausmacht.

Was brauchen wir nicht:

  • Exposés, Vorstellungen und Manuskripte, in denen es vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmelt. Eine Rechtschreibprüfung hat jede gute Textverarbeitung und die sollte man zu nutzen wissen.
  • Eine auf den Punkt genaue Angabe des Manuskriptes in sog. Normseiten. Wie umfangreich ein Buch wird, entscheidet sich spätestens, wenn das Buch gesetzt wird.

Was wollen wir nicht:

  • Autor*innen, die mit rechtsextremen Gedankengut, z.B. aus dem AfD-Dunstkreis ankommen. Das gesamte Projekt „Bundesamt für magische Wesen“ verkörpert die Werte, für die das Grundgesetz und die allgemeinen Menschenrechte stehen. Fantasy ist neben der reinen Unterhaltung auch ein Stilmittel der Literatur, mit dem gesellschaftliche Themen diskutiert werden. Und den Rassismus, die Homophobie, die Frauenfeindlichkeit, den Antisemitismus und vieles andere, wofür die Völkischen stehen, lehnen wir ab.
    Besuchern unseres öffentlich zugänglichen Verlages und Buchladens gegenüber drücken wir es immer so aus: „Von Sara Wagenknecht bis Markus Söder ist bei uns jeder Politiker auf eine Tasse Kaffee willkommen. Es gäbe sicher interessante und schöne Streitgespräche. Für das AfDreckspack bleibt unsere Tür geschlossen.“

Gibt es Fantasythemen, für die das BAfmW nicht zu haben ist?

  • Horror gehört nicht unbedingt zu unseren favorisierten Themen. Dark Fantasy und Steampunk gern, aber wer in seinen Büchern die Einsatzmöglichkeiten einer Kettensäge nicht auf das Bäumefällen beschränkt, ist bei uns falsch.
  • Wo wir schon beim Thema Horror sind, Kirche und Religion ist auch so nicht unser Ding. Wie es ein guter Freund formulierte: „Bibel, Koran, Thora und Harry Potter haben eines gemeinsam. Es sind Bücher. Und eines trennt sie. Im Namen von Harry Potter wird einem nicht der Schädel eingeschlagen.“
  • Für lesbische und queerfeministische Themen, die in den Rahmen einer Fantasyhandlung eingebunden sind, sehen wir nach aller Erfahrung keinen realistischen Markt außerhalb von eBook-Dumping-Preisen. Leider.

Was tun wir für unsere Bücher und Autor*innen? Wie geht es weiter?

  • Der Entwurf für das Cover zu Finstere Verdammnis, eine Illustration von Martin Knipp
    Der Entwurf für das Cover zu Finstere Verdammnis, eine Illustration von Martin Knipp

    Ein eingereichtes Manuskript durchläuft ein mehrstufiges Lektorat und Korrektorat. Zunächst einmal geht es in die Runde unser Lektor*innen. Es muss sich dort jemand finden, der Spaß und Interesse an der Geschichte hat, denn der Lektor (Der Begriff „Lektor“ hat übrigens nichts mit Hannibal Lecter zu tun, auch wenn manche Autor*innen das glauben) ist der erste, der von der Qualität der Geschichte überzeugt sein muss.

  • Übrigens kann das auch bedeuten, dass wir ein Buch veröffentlichen, welches uns persönlich (Frank Lotz und Hagen Ulrich) zunächst nicht überzeugt oder berührt. Persönlich haben wir ein größeres Interesse an Gay Fantasy Geschichten. Aber wir bremsen auch für Heteros, um es salopp zu formulieren. Und wenn uns einer unserer Lektoren sagt, ein Exposé/Manuskript würde ein tolles Buch abgeben, dann machen wir dieses Buch auch. Eine gute Geschichte verdient es immer gedruckt zu werden.

In die Arbeit zwischen Lektor und Autor mischen wir uns gewöhnlich nicht ein. Der Lektor arbeitet den Text durch, macht seine Anmerkungen und Korrekturvorschläge in puncto Verständnis, Handlungsstränge, Logik- und Zeitbrüche und andere Verbesserungsmöglichkeiten, die der Autor dann annimmt oder eben auch nicht. Das letzte Wort hat immer der Autor. Und wir haben selbstverständlich das allerletzte Wort.

  • Natürlich gibt es einen Vertrag zwischen Verlag und Autor, der sich an den Mustern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels orientiert. Dort ist der Bundeslurch übrigens ordentliches Mitglied. Der Vertrag regelt das Autorenhonorar, den Vertrieb, Belegexemplare und was alles dort hineingehört.
  • Passend zum Inhalt des Buches und auf der Basis des Personentableaus sowie einer Schlüsselszene entwirft ein von uns beauftragter Illustrator/Grafiker das Cover. Wir nehmen keine Cover „von der Stange“, z.B. irgendwelche Fotos von Bildagenturen. Auch die Arbeit eines Illustrators gehört zu den Büchern aus dem Bundesamt für magische Wesen und trägt zum Wert des Buches bei. Selbstverständlich wird neben dem Lektor auch der Illustrator als ein am Gesamtwerk Beteiligter genannt.
  • Nachdem das Lektorat und ein erstes Korrektorat erfolgt ist, geht das Manuskript in den Satz. Es wird ein Probesatz erstellt, ein pdf, das zur Korrektur und Kontrolle noch einmal an den Autor geht. Es finden sich noch Verbesserungsmöglichkeiten, z.B. eine Kontrolle der Absätze und Umbrüche, die durch den Probesatz verrutscht sein könnten.
  • Ist alles erledigt, werden die Druckdatei für die Startauflage und die eBooks erstellt. Die gedruckte Startauflage geht an den Großhandel, der Autor bekommt seine Belegexemplare und der Rest verbleibt für unsere beiden Online-Buchshops. Übrigens gibt es auch hier immer noch eine Fehlersuche, denn wenn man das gedruckte Buch in Händen hält, springt einen plötzlich … auf irgendeiner Seite … ein Druckfehler ins Gesicht. Ein Druckfehler, den vorher sechs Leute und drei Rechtschreibdurchläufe übersehen haben. Es gibt ihn, und er heißt nicht umsonst Druckfehlerteufel. Aber wir kriegen ihn.

Marketing und Vertrieb

  • Unsere Bücher sind für den stationären Buchhandel über KNV und Umbreit bestellbar.
  • Der Endkunde kann unsere eigenen Webshops nutzen, was uns natürlich am liebsten ist. Von wegen Umsatz und so. Amazon mögen wir nicht wirklich.
  • Die eBooks sind über alle gängigen eBook-Plattformen erhältlich.
  • Buchwerbung erfolgt ebenso über Newsletter und die Social Media Kanäle.
  • Messen wie die Leipziger Buchmesse oder die Frankfurter Buchmesse haben wir im Visier und planen für 2021 die Teilnahme (so Corona will)